Vereinigte Eisfabriken und Kühlhallen: Vorreiter bei KI in der Kältetechnik

Die traditionsreiche Genossenschaft der Vereinigten Eisfabriken und Kühlhallen – Gründungsjahr: 1898 – hat einmal mehr gezeigt, welche Innovationskraft in dem kooperativ geführten Unternehmen steckt: Gemeinsam mit dem Technologiepartner Coldsense aus Hamburg und der Deutschen Energie-Agentur hat sie binnen weniger Monate ein Energieeffizienzprojekt auf Basis von künstlicher Intelligenz umgesetzt.

Foto: Luiza Puiu

Die Vorstellung erfolgte im Rahmen eines Nachhaltigkeitstags bei einer Besichtigung vor Ort und einem Event in der ebenfalls genossenschaftlichen HausWirtschaft. Dazu waren neben den Umsetzungspartnern auch Vertreter der Deutschen Botschaft in Wien, des heimischen Umweltministeriums sowie zahlreiche Branchenexperten gekommen.

Gezeigt wurde ein Projekt, das in Österreich seinesgleichen sucht: Die Kühlhallen der Wiener Eisfabriken sind in den letzten Monaten von Coldsense Technologies mit modernster Sensorik ausgerüstet worden. Neben Temperatur und Luftfeuchtigkeit werden so etwa auch offene Türen und sogar die Stärke der Eisschicht registriert. Zusammen mit Daten wie der aktuellen Außentemperatur, den Lagerbewegungen, der Leistung der hauseigenen Photovoltaikanlage und dem Strompreis wird daraus durch eine selbstlernende KI die optimale Steuerung für die Kälteanlagen ermittelt.

Die ersten Resultate sind vielversprechend: Bis zu 40 Prozent an Energieverbrauch können so laut Genossenschaft eingespart werden. Das entspricht hochgerechnet aufs Jahr rund 175.000 kWh. Eisfabriken-Geschäftsführer Roland Spitzhirn hocherfreut bei der Präsentation: „Wir zeigen damit vor, wie eine Genossenschaft imstande ist, ökologische und soziale Verantwortung mit wirtschaftlicher Effizienz erfolgreich zu verbinden.“

Die Eisfabriken betreiben im 20. Wiener Gemeindebezirk Kühlhallen mit einer Gesamtkapazität von rund 16.000 Palettenplätzen. Darin werden überwiegend Medikamente und Lebensmittel bei Temperaturen von bis zu minus 30 Grad gelagert. Das erfordert einen enormen Energiebedarf, den die Genossenschaft durch ständige Innovation optimiert: So erzeugt sie bereits 20 Prozent des benötigten Stroms in Eigenregie durch eine der größten innerstädtischen Photovoltaikanlagen. Mit der KI-Steuerung wurde nun der nächste Meilenstein erreicht.